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2.51 Die Unterscheidung eigentliche/formale Begriffe contra Unterscheidung der Typen"

2.51 Die Unterscheidung eigentliche/formale Begriffe contra Unterscheidung der Typen"

S. 33

Den kann sofort gegenübergestellt werden, was Wittgenstein hinsichtlich Entstehung und Auflösung der Antinomien sagen würde (selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass meine Rekonstruktion seiner Position in fraglichen Punkt zutrifft - zu deren Stützung werde ich hier noch einiges vorbringen): die Nichtbeachtung des Unterschiedes zwischen eigentlichen und formalen Begriffen ist die Ursache der Antinomien (zuzüglich einer ungünstigen Konstellation der beteiligten formalen Begriffe, insofern sich diese kontradiktorisch gegenüberstehen müssen - aber dies muss ja auch Russell voraussetzen, denn nicht in jedem Fall führen die von ihm beleuchteten „vicious-circle fallacies" 2u Antinomien) und: die Beachtung dieses Unterschiedes führt zur Diskrimination der Antinomien als sinnloser, unsinniger Sätze.

Der Effekt der Typentheorie ist also im Zusammenhang mit den Antinomien - wie zu sehen - derselbe wie jener der rigorosen Diskrimination formaler Begriff aus dem Raum sinnvollen Sprachgebrauchs: dieser Effekt muss, schon in seiner Zielsetzung, in beiden Fällen derselbe sein (d.h.: Antinomien müssen als unsinnig oder sinnlos etc. ausgeschlossen werden), denn Antinomien, einmal als sinnvolle Sätze akzeptiert, lassen ein logisches System unbrauchbar werden.

Die Frage ist nur: Wie ist die im Hinblick auf die Antinomien ungefähr gleiche Effizienz der beiden Theorien vereinbar mit ihrer offenkundigen Verschiedenartigkeit? Zuvor: Welche Diskrimination von anderen Sätzen involvieren diese beiden Theorien? Die Antwort ist in etwa jetzt schon klar: der „Diskriminationsbereich" der beiden Theorien ist verschieden: was für Wittgenstein zusammen mit den Antinomien als sinnlos bzw. unsinnig zu diskriminieren ist, ist verschieden von dem, was für Russell zusammen mit den Antinomien als „meaningless" abzuweisen ist. Also: das antinomische Resultat ist in den beiden Theorien unsinnig, der Unterschied besteht nur darin, ab welchem Punkt (d.h. ab welchem Satz) im Dekurs der Antinomien der Unsinn beginnt und dieser Unterschied wiederum ist zu beleuchten, indem man berücksichtigt, welche anderen Sätze in den beiden Theorien unsinnig sind.