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Folgt aus der Preisgabe der fundamentalistischen Zielvorgabe von Sinntheorie zwar die Möglichkeit einer explikativen Sinntheorie, doch auch gleichzeitig die Notwendigkeit, mehrere Sprachhandlungssysteme akzeptieren zu müssen. Dies entspricht dem Schritt Wittgensteins vom Traktat zu den Philosophischen Untersuchungen, im Sinne einer radikalen Zurücknahme von Fundamenten, die in der Erklärung der Möglichkeit des sinnvollen Satzes in Anspruch genommen werden.10 In gewisser Hinsicht kommt man so vom Regen in die Traufe: gesteht man als Möglichkeit von Sprache nur ein einziges Sprachsystem zu, so fällt Sprechen darüber (wie es der Traktat zeigt) aus dessen Möglichkeiten heraus, wäre also unsinnig; gesteht man mehrere zu, so scheint Sinntheorie witzlos zu werden (wie es die Philosophischen Untersuchungen hie und da nahelegen), weil den vielen Sprachspielen – wie es Wittgenstein kategorisch und doch als Philosoph sichtlich frustriert ausdrückt – „garnicht Eines gemeinsam ist“ (PU § 65).

Wie kann dann aber das Funktionieren eines Sprachspiels erklärt werden? Wie kann der (selbstreferentielle) Zusammenhang zwischen Bedeutung (Möglichkeit von Sinn) und Sinn erklärt werden? In den Philosophischen Untersuchungen wird diese Frage aufgerollt als Problem des korrekten Regelfolgens: wie ist der Zusammenhang zwischen Regel und deren Anwendung erklärbar? In mehreren Beispielen und Gegenbeispielen zeigt Wittgenstein, daß Regeln nicht durch verbindliche Handlungsanweisungen inhaltlich fixierbar sind, denn jede Handlung läßt sich irgendwie mit ein und derselben Regel in Übereinstimmung bringen, auch eine „offensichtlich“ inkorrekte. Die einschneidende Erkenntnis Wittgensteins zielt darauf ab, daß die Anwendung einer Regel nicht deren Interpretation ist (diese kann beliebig sein), sondern Handeln im Rahmen einer bestimmten Praxis einer Lebensform, und dieses Handeln geschieht (im Unterschied zur Interpretation), ohne daß zwischen Alternativen gewählt wird: „Wenn ich der Regel folge, wähle ich nicht. Ich folge der Regel blind.“ (PU § 219) Während also im Traktat das Universalsprachsystem den selbstreferentiellen Zusammenhang zwischen Möglichkeit von Sinn (Regel) und Sinn (Regelanwendung) verbürgte, leistet dies in den Philosophischen Untersuchungen die jeweilige Lebensform.

Nochmals: die Tatsache, daß die Deutung einer Regel jede Handlung mit ihr in Übereinstimmung bringen kann, zeigt, „daß es eine Auffassung einer Regel gibt, die nicht eine Deutung ist“ (PU § 201).

„Darum ist ‚der Regel folgen‘ eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht: der Regel folgen. Und darum kann man nicht der Regel ‚privatim‘ folgen, weil sonst der Regel zu folgen glauben dasselbe wäre, wie der Regel folgen.“ (PU § 202)

„Es kann nicht ein einziges Mal nur ein Mensch einer Regel gefolgt sein.“ (PU § 199)

Damit ist das Erfordernis einer gegenseitigen Überprüfbarkeit des Regelbefolgens in den Raum gestellt: Regeln, Sprachhandlungsspiele müßten zu verstehen, zu legitimieren, zu kritisieren sein. Das wiederum wirft die Frage nach der ethischen Dimension auf: wenn aber von der „Heterogenität der Sprachspiele“ (Lyotard 1986) auszugehen ist, wie ist es dann um Ethik, die ja Allgemeingültigkeit beansprucht, bestellt? Dies ist der Kulminationspunkt der aktuellen Postmoderne-Debatte: die Heterogenität der Sprachspiele macht Intersubjektivität, Legitimation, Kritik dringend notwendig – und gleichzeitig unmöglich: denn ein Sprachspiel, das sich darum bemüht, „tut der Heterogenität der Sprachspiele Gewalt an“ (Lyotard 1986, S. 16).

Obwohl den Sprachhandlungsspielen also in fundamentalistischer Betrachtungsweise nichts gemeinsam ist (obwohl also nicht eine Möglichkeit von Sinn in jedem vorkommt), so kann doch für alle gemeinsam festgestellt werden, (1) daß jedes klaglos funktionieren kann als selbstreferentielles Spiel ohne Normierung von Gesetz und Ordnung.11 (2) Jedes Sprachhandlungsspiel verweist darüber hinaus auf eine Alternative, auf Offenheit, in dem Augenblick, wo sein Funktionieren zum Problem wird und wo gleichzeitig das Sprachhandlungsspiel als Restriktion u.d.h. als System greifbar wird: das Sprachhandlungsspiel fungiert nicht mehr wie in (1) als geschlossenes selbstreferentielles System, der Horizont, in dem jetzt Selbstregulation stattfindet, dehnt sich aus auf Alternativen, auf andere Sprachhandlungsspiele; da aber diese nicht gleichartig sind, sondern „Familienähnlichkeiten“ (PU § 67) aufweisen, erlauben sie kein universelles Sprachspiel des Konsenses – vielmehr eine dynamische Lebensform zwischen verschiedenen Sprachspielen. Ein Sprachhandlungsspiel gilt alternativenlos (a priori) für eine Kommunikationssituation, jedoch sinntheoretische Explikation ist prinzipiell offen im Hinblick auf alternative Sprachhandlungsspiele. (3) Die Idee dieser Offenheit ist das Sprachhandlungsideal. Ein Sprachhandlungsspiel kann immer nur durch ein anderes Sprachhandlungsspiel auf ein System gebracht, als solches bewertet usw. werden vor dem Hintergrund des Sprachhandlungsideals. Aber das Ideal als Spiel (das ideale Sprachhandlungsspiel) gibt es nicht.12

Welche Perspektiven ergeben sich daraus für eine Sinntheorie?

(1) Sinntheorie kann nicht ein Sprachhandlungsspiel auszeichnen und monopolisieren: z.B. einen Wissenschaftstyp – der Irrtum der Kantischen Transzendentalphilosophie; oder ein Sprachspiel – der Irrtum des Traktat; oder ein Weltbild – der Irrtum jeder ethnozentristischen Ethnologie. Gefordert ist die Öffnung der Sinntheorie im Hinblick auf die Vielfalt überhaupt möglicher Sprachhandlungssysteme: von Systemen der Wissenschaften bis „hinunter“ zu Systemen des Alltagslebens, hier von sozialer zu psycho(patho)logischer Dimension; bis „hinüber“ zu Systemen fremder Kulturen.

(2) Ein fremdes Sinnsystem verstehen heißt: selbstreferentiell im Rahmen des eigenen Systems nach Möglichkeiten von Sinn suchen, die es erlauben, die Selbstreferenz des anderen Systems (so weit als möglich) nachzuvollziehen und zu respektieren. Ein Sprachhandlungsspiel zu spielen oder mitzuspielen (zu verstehen), beruht auf der impliziten Kenntnis der Regeln des jeweiligen Systems. Funktioniert das Verstehen, so ist das Spiel unhintergehbar, geschlossen, selbstreferentiell gesichert, autark. Was in diesem Spiel als Wirklichkeit fungiert, hat die Integrität einer Wirklichkeit an sich. Erst wenn Zweifel auftreten bzgl. dessen, was verstanden werden soll (was jemand meint), schwingt sich die Kommunikation auf eine andere Ebene. Sinntheorie geht immer von der Differenz zweier Sinnsysteme aus, die sich ergibt, wenn eine Sprachhandlung nicht verstanden wird.13 Das bedeutet, daß sich sinntheoretische Erkenntnisse um das Verstehen auf den Tatbestand des Nicht-Verstehens gründen. Sinntheorie gelangt via negationis – über Alternativen, Abgrenzungen, Gegenbeispiele – zum Verstehen des Sinnsystems: ich verstehe so lange nicht, bis ich die Möglichkeiten von Sinn dieses Systems nicht kenne; ich „experimentiere“ so lange mit Möglichkeiten von Sinn, bis ich die Selbstreferenz zwischen Sprachhandlung und Möglichkeit von Sinn nachvollziehen kann.14

Wird ein Sinnsystem hingegen im Horizont fremder Möglichkeiten von Sinn beschrieben, so wird es als fremdreferentielles gehandhabt: es wird entfremdet zum Objekt wissenschaftlicher Erklärungen, Sprachhandlungen dieses Systems werden abgewertet zu Verhaltensweisen, die kausal zu erklären sind.15 Aber: „Alle Erklärung [im Sinne einer wissenschaftlichen Erklärung – K.N.] muß fort, und nur Beschreibung an ihre Stelle treten.“ (PU § 109) Die Beschreibung zielt auf die Systematisierung des Sprachhandlungsspiels im Sinne einer „übersichtlichen Darstellung“ (PU § 122) dessen, was ohnehin „offen daliegt“ (PU § 126), wenn das Spiel verstanden wird – was also nicht erklärt zu werden braucht (ebd.). Sprachspiele, deren Möglichkeiten von Sinn vertraut und systematisch verfügbar sind – deren „Grammatik“, „Gebrauch der Wörter“ wir „übersehen“, da wir sie u.U. selbst „erfinden“ (PU § 122) –, fungieren dabei als „Vergleichsobjekte“ (PU § 130) – aber ohne jeden normativen Anspruch.

„Nur so nämlich können wir der Ungerechtigkeit, oder Leere unserer Behauptungen entgehen, indem wir das Vorbild als das, was es ist, als Vergleichsobjekt – sozusagen als Maßstab – hinstellen; und nicht als Vorurteil, dem die Wirklichkeit entsprechen müsse. (Der Dogmatismus, in den wir beim Philosophieren so leicht verfallen.)“ (PU § 131)

Jedes System muß als rational gesehen werden. Rationalität, wertneutral (d.h. systemneutral) gesehen, ist vorderhand nichts anderes als der Zusammenhang zwischen einer Möglichkeit von Sinn und einer Sprachhandlung, zwischen System und Spiel. Insofern ist Rationalität als systemimmanente Kategorie zu respektieren. Rationalitätskriterien des einen Systems können nicht an ein anderes angelegt werden. Dasselbe gilt für Kriterien der Objektivität: was in einem System wirklich ist, muß in einem anderen nicht auch wirklich sein – und umgekehrt. Wirklichkeit und Objektivität zeigen sich in den Sprachhandlungen eines Systems: sie sind der Inbegriff der Möglichkeiten von Sinn, die in einem System verfügbar sind. Die Existenz eines Gegenstandes ist die Möglichkeit, innerhalb eines Sprachspiels über ihn sinnvoll sprechen zu können; der Gegenstand ist eine Möglichkeit von Sinn. „Was es, scheinbar, geben muß, gehört zur Sprache“ (PU § 50) eines jeweiligen Sprachspiels.

(3) Die Pluralität von Systemen inklusive ihrer Konsequenzen (Gleichwertigkeit aller Systeme; Relativierung von Rationalitäts- und Objektivitätskriterien) läßt jeder wertenden Disziplin, vornehmlich der Ethik, einer traditionell hochentwickelten philosophischen Disziplin, wenig Entwicklungschancen,16 sofern sie traditionelle Ziele verfolgt: vermutlich wird in Sachen Ethik ein turn in Gang gebracht, der jenem pragmatic turn der Philosophischen Untersuchungen ähnlich ist, der die Erklärung von Sprache von der Annahme bedeutungsstiftender (u.U. universaler) mentalistischer Akte losgelöst und auf Sprachpraxis begründet hat.

Im Spannungsfeld zwischen Heterogenität der Sprachspiele und dementsprechender Dringlichkeit, zwischen diesen zu vermitteln, ist jedenfalls klar: würde Sinntheorie jene Prinzipien vermeiden, die bei Auszeichnung eines (z.B. des eigenen) Sprachhandlungssystems stillschweigend im Spiel sind, so hat Ethik, als idealisierende Horizontierung eines Sprachhandlungsideales, den angemessenen Raum von Freiheit.17 Vielleicht könnte eine ethische Intervention mehr von Kommunikationspraxis ausgehen und Konflikte als Konflikte zwischen verschiedenen Handlungsspielen begreifen – nicht zwischen einer (idealtypisierten) Front von Gut und Böse. Vielleicht kann so eine normative Theorie – mit Blick auf die prinzipielle Relativierbarkeit von Spielen im Horizont des Sprachhandlungsideals – neue Handlungsspiele anbieten, oder allgemein: innovative Strategien ins Spiel bringen, mit denen aus Spielen ausgestiegen werden kann, mit denen – im Konfliktfall bedrohliche, heterogen aufeinanderprallende – Systemfixierungen und -grenzen überwunden werden können.


10 Und im Traktat in Anspruch genommen wurden. Die Position des Traktat ist semifundamentalistisch: einerseits wird die Beliebigkeit der für den propositionalen Gehalt des Satzes verantwortlichen GEGENSTÄNDE eingeräumt; welche Gegenstände es gebe, sei Sache der Anwendung (T-5.557 u.ö.) – mithin ist hier ein radikal-konstruktivistischer Standpunkt bezogen. Andererseits wird gerade bzgl. der Anwendung eine stillschweigende Definition (und damit eine Fundierung) getroffen: es gibt nur Anwendung im Rahmen des behauptenden Sprachspiels (vgl. T-6 ff. u.ö.). Zur Auflösung dieses Fundamentes vgl. PU § 23. ↩
11 „Einerseits ist klar, daß jeder Satz unsrer Sprache ‚in Ordnung ist, wie er ist‘.“ (PU § 98) ↩
12 Dies ist die Achillesferse der meisten Philosophen: mancher beansprucht, das Sprachhandlungsideal in (s)einem Sprachhandlungsspiel dingfest machen zu können und fällt in Universalismus, Dogmatismus, Totalitarismus – am deutlichsten und ehrlichsten war hier Hegel mit seinem absoluten Geist. Zum ausdrücklichen Tabu deklariert wurde Fundamentalismus und Universalismus in der Philosophie der Postmoderne durch Jean-François Lyotard. Die Heterogenität (Differenz) der Sprachspiele kann weder durch ein Sprachspiel noch durch ein Metasprachspiel (vgl. Traktat) behoben werden. Diesem extremen Skeptizismus lassen sich jedoch Stellen bei Lyotard gegenüberstellen, wo auf ein Sprachhandlungsideal angespielt wird: „Es gibt keine ‚Sprache‘ [langage] im allgemeinen, es sei denn als Gegenstand einer Idee.“ (Lyotard 1987, S. 10) – bzw. wo das Sprachhandlungsideal in metaphorischer Redeweise geradezu beschworen wird: so in Lyotard (1989), wo zwei Begriffe des (In)Humanen differenziert werden: das Humane des Systems der Erziehung, die inhuman ist, „weil sie nicht ohne Zwang und Terror vor sich geht“ (S. 17); und das Humane der Unbestimmtheit, der noch nicht „eingesetzten“ (systemfixierten) Vernunft des Kindes, die inhuman sein kann, weil sie für das System bedrohlich ist. Trotzdem ist dem Humanen im Kind der Vorzug zu geben, weil es offen ist und die Möglichkeit des Humanen (das Sprachhandlungsideal) zeigt: „Sprachlos, unfähig, sich gerade zu halten, zögernd hinsichtlich der Gegenstände seines Interesses, nicht in der Lage, seinen Gewinn zu berechnen, unsensibel für die allgemeine Vernunft ist das Kind im höchsten Maße Mensch, weil seine Not das Mögliche ankündigt und verspricht.“ (S. 15) ↩
13 Dies macht m.E. Lyotards Prinzip des „Widerstreits“ als Ausgangspunkt der Philosophie alltagskommunikativ plausibel. ↩
14 Dem entspricht – in sublim-systematischer Façon – das Verfahren der Transzendentalphilosophie: ausgehend vom Nachweis, daß Erkenntnis unter bestimmten Bedingungen unmöglich ist, wird auf die Bedingungen geschlossen, unter denen Erkenntnis möglich ist. ↩
15 So bemerkt Wittgenstein über Frazer: „Frazers Darstellung der magischen und religiösen Anschauungen der Menschen ist unbefriedigend: sie läßt diese Anschauungen als Irrtümer erscheinen.“ (Wittgenstein 1975, S. 38) Als Irrtümer, weil diese Anschauungen aus der Perspektive systemfremder Möglichkeiten von Sinn (namentlich wissenschaftlich-objektivistischer) erklärt werden: „Ein Irrtum entsteht erst, wenn die Magie wissenschaftlich ausgelegt wird.“ (Ebd., S. 41) Und: „Frazer ist viel mehr savage, als die meisten seiner savages … Seine Erklärungen der primitiven Gebräuche sind viel roher, als der Sinn dieser Gebräuche selbst.“ (Ebd., S. 45) ↩
16 Die Unsicherheit, aus radikal-konstruktivistischer Sicht eine Ethik zu konstruieren, wird deutlich in Schmidt (1987, bspw. 415 ff., 429 ff.), z.B. als Rekurs auf Intuition („Man muß fühlen, was gut ist.“ Ebd., S. 430); ähnlich was den Wert von Theorien betrifft, wo zwischen Kriterien wie Funktionalität und Ökonomie hin und her gewechselt wird (ebd., S. 429) – also ungefähr das, was nach Lyotard das kritikwürdige Legitimationsmodell der „Performativität“ ausmacht (Lyotard 1986, S. 135 ff.). Sicher entläßt uns der Radikale Konstruktivismus die Freiheit, „für unsere Handlungen und Kognitionen die Verantwortung“ (Schmidt 1987, S. 38) zu übernehmen: doch nach welchen Prinzipien? „Nutzenorientierter Ideenwettbewerb“ (ebd.), „unmittelbare Qualität unseres Lebens und Zusammenlebens“ (ebd.)? Damit hat der Radikale Konstruktivismus offensichtlich den Problemhorizont der Philosophischen Untersuchungen nicht wesentlich überschritten. Auch Wittgenstein selbst macht bzgl. Vergleich, Vermittlung und Wertung von Lebensformen nur Andeutungen: z.B. die Familienähnlichkeiten zwischen Sprachspielen, die Evidenz im Rahmen gemeinsamer menschlicher Erfahrungen (Geburt, Sexualität, Tod) und das psychisch-intuitive Verstehen fremder Lebensformen (vgl. Wittgenstein 1974). Daß dieser Problemhorizont nicht leicht zu überschreiten ist, zeigt sich auch in den einschlägigen postmodernen Beiträgen, die grundsätzlich nicht über das Bekenntnis zu positivem (z.B. „transversalem“) Umgang mit Polymorphie und Heterogenität hinausgelangen – vielleicht weil die Postmoderne primär als sprachphilosophischer Diskurs stattfindet, zu dem ein ethischer (politischer) im Widerstreit stünde. ↩
17 Dazu ein suggestives Zitat von Maturana: „Die Erkenntnis der Erkenntnis verpflichtet. Sie verpflichtet uns zu einer Handlung ständiger Wachsamkeit gegenüber der Versuchung der Gewißheit. Sie verpflichtet uns dazu einzusehen, daß unsere Gewißheiten keine Beweise der Wahrheit sind, daß die Welt, die jedermann sieht, nicht die Welt ist, sondern eine Welt, die wir mit anderen hervorbringen. Sie verpflichtet uns dazu zu sehen, daß die Welt sich nur ändern kann, wenn wir anders leben.“ (Maturana 1987, S. 263 f.) ↩