Ludwig Wittgenstein
S. 155

An diesem Punkt vergleicht Carnap seine Auffassung mit jener Wittgensteins: er findet Übereinstimmung bzgl. der These, dass Philosophie „Sprachkritik" (TLP-4.0031) sei und die „logische Klärung der Gedanken" (TLP-4.112) zum Ziel habe.231 In Abweichung von Wittgenstein sieht sich Carnap erstens bzgl. der Ausdrückbarkeit der Syntax „Es gibt [nach Wittgenstein] keine Sätze über Satzformen; es gibt keine ausdrückbare Syntax. Im Gegensatz dazu hat unser Aufbau der Syntax gezeigt, dass sie korrekt formulierbar ist, dass es syntaktische Sätze gibt. Man kann genauso gut Sätze über die Formen von Sprachausdrücken, also auch von Sätzen bilden, wie Sätze über die geometrischen Formen geometrischer Gebilde; nämlich erstens die analytischen Sätze der reinen Syntax, die auf die Formen und Formenbeziehungen von Sprachausdrücken bezogen werden können; zweitens die synthetischen, empirischen, physikalischen Sätze der deskriptiven Syntax, die von den Formen der Sprachausdrücke als physikalischer Gebilde handeln..."232


231 Vgl. ebd
232 Ebd.,208f.