Das Konzept der logischen Form wird im TLP hauptsächlich erörtert (1) in der „Ontologie"-Passage TLP-l bis TLP-2.063, (2) in der daran anschließenden Bild-Passage TLP-2.1 bis TLP-2.225 und (3) in der Satz-Bild-Passage TLP-4.01 bis TLP-4.0641. Gemeinsam ist diesen Passagen das neuartige Satzkonzept, wonach nicht die traditionelle Name-Gegenstand Figur die Grundfigur des sprachlichen Weltbezuges ist, sondern die Satz-Sachverhalt Figur:100 die Bildtheorie kann als Versuch gesehen werden, durch das Modell „Satz=„Bild" das neue Satzkonzept als brauchbare und tragfähige Option zu begründen;101 ebenso die zweischichtige „Ontologie"-Passage, insofern einerseits der TLP-GEGENSTAND konzipiert ist als Begründung der Möglichkeit des Weltbezuges und der Weltbeschreibung durch den Satz, und andererseits insofern die der Satzsinntheorie analog konzipierte „Ontologie" die analoge Priorität der Tatsachen vor den Dingen betont, wie aus den Eingangssätzen TLP-lff. hervorgeht (dazu in Kapitel 1.3).
Zur Bildtheorie in TLP-2.1 bis TLP-2.225: (1) bzgl. der Bildelemente als Analoga der einfachen Zeichen (Namen) des Satzes: „Die Elemente des Bildes vertreten im Bild die Gegenstände." (TLP-2.131) Durch die „abbildende Beziehung" werden die Elemente des Bildes den Gegenständen zugeordnet (vgl. TLP-2.1514). „Diese Zuordnungen sind gleichsam die Fühler der Bildelemente, mit denen das Bild die Wirklichkeit berührt." (TLP-2.1515) - (2) Bzgl. der Form der Abbildung: „Dass sich die Elemente des Bildes in bestimmter Art und Weise zu einander verhalten, stellt vor, dass sich die Sachen so zu einander verhalten." (TLP-2.15) Dies ist die „Struktur" des Bildes und ihre Möglichkeit dessen „Form der Abbildung" (vgl. ebd.). Diese Form der Abbildung muss das „Bild mit der Wirklichkeit gemein haben..., um sie auf seine Art und Weise - richtig oder falsch - abbilden zu können" (TLP-2.17). So kann das „räumliche Bild" (das Bild mit der Abbildungsform „Räumlichkeit") „alles Räumliche, das farbige alles Farbige etc." abbilden (TLP-2.171). Welche Form man wählt, hängt offensichtlich vom Standpunkt ab, von dem aus man ein Bild macht: dieser ist die „Form der Darstellung" des Bildes (vl. TLP-2.173), sozusagen das pragmatische, unhintergehbare Moment der Abbildung (vgl. TLP-2.174). Die Formen der Abbildung sind logische Formen (vgl. TLP-2.181f.), da das Bild die Wirklichkeit nur abbilden kann, wenn es mit ihr die logische Form gemein hat (vgl. TLP-2.18).