An expression presupposes the forms of all propositions in which it can occur. It is the common characteristic mark of a class of propositions.
# Analyse zu TLP 3.311
Diese Passage steht im Kontext von Wittgensteins Theorie des Symbols (Ausdruck) im Unterschied zum bloßen Zeichen. Ein Ausdruck (Symbol) ist nicht isoliert verständlich, sondern konstituiert sich durch seine möglichen syntaktischen Verwendungsweisen.
Kernaussagen:
1. Formale Voraussetzung: Ein Ausdruck "präsupponiert" die logische Form aller Sätze, in denen er sinnvoll auftreten kann. Seine Bedeutung ist untrennbar mit seiner kombinatorischen Möglichkeit verbunden.
2. Klassencharakter: Der Ausdruck fungiert als gemeinsames Merkmal einer ganzen Klasse von Sätzen – er ist das, was strukturell gleich bleibt, während sich der propositionale Kontext ändert.
Bedeutung im Gesamtwerk:
Dies bereitet den zentralen Gedanken der "allgemeinen Satzform" (4.5, 6) vor: Sätze sind nicht isolierte Gebilde, sondern Elemente eines logischen Raums möglicher Aussagen. Der Ausdruck erhält seine Identität durch sein Projektionsverhalten innerhalb dieses Systems – ein Vorläufer dessen, was später (in Bezug auf Freges Kontextprinzip) als logische Syntax verstanden wird.
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