Der Satz, welcher vom Komplex handelt, steht in interner Beziehung zum Satze, der von dessen Bestandteil handelt.
Der Komplex kann nur durch seine Beschreibung gegeben sein, und diese wird stimmen oder nicht stimmen. Der Satz, in welchem von einem Komplex die Rede ist, wird, wenn dieser nicht existiert, nicht unsinnig, sondern einfach falsch sein.
Dass ein Satzelement einen Komplex bezeichnet, kann man aus einer Unbestimmtheit in den Sätzen sehen, worin es vorkommt. Wir wissen, durch diesen Satz ist noch nicht alles bestimmt. (Die Allgemeinheitsbezeichnung enthält ja ein Urbild.)
Die Zusammenfassung des Symbols eines Komplexes in ein einfaches Symbol kann durch eine Definition ausgedrückt werden.
# Interpretation von TLP 3.24
Diese Stelle behandelt das Verhältnis zwischen Sätzen über Komplexe (zusammengesetzte Gegenstände) und Sätzen über deren Bestandteile. Wittgenstein etabliert hier mehrere zentrale Unterscheidungen:
Interne Beziehung: Der Satz über einen Komplex steht in logisch notwendiger Verbindung zu Sätzen über seine Teile – dies antizipiert die spätere Unterscheidung zwischen internen (logischen) und externen (kontingenten) Relationen.
Komplex vs. Gegenstand: Entscheidend ist die Abgrenzung zu 3.221 – während einfache Gegenstände nur genannt werden können, müssen Komplexe beschrieben werden. Diese Beschreibung kann zutreffen oder nicht – daher ist ein Satz über einen nicht-existierenden Komplex falsch, nicht unsinnig. Dies markiert den fundamentalen Unterschied zur Bezeichnung einfacher Namen, die immer einen Gegenstand referenzieren müssen (sonst wäre der Satz sinnlos).
Unbestimmtheit als Kriterium: Die Existenz einer gewissen logischen Unbestimmtheit im Satz zeigt an, dass ein Ausdruck einen Komplex (nicht ein Einfaches) bezeichnet – verbunden mit dem "Urbild" der Allgemeinheit.
Diese Analyse bereitet die spätere Kritik am Bild einfacher Gegenstände und die Klärung der Grenzen sinnvoller Sprache vor.
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