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Wittgensteins Tractatus und die Selbstbezüglichkeit der Sprache: 1987
199 S. 179

In dieser Schichtung des Zeigen ist das Zeigen-p (1) die Basis, auf der alle anderen Dimensionen des Zeigen aufbauen: diese sind insofern verschiedene Aspekte bzw. Entfaltungen des Zeigen - darin liegt der grundlegend sprachpragmatische Ansatz des TLP-Systems.

Den inhaltlichen Aspekt (2) entfaltet das Zeigen; im Gebrauch des Satzes (Ausdruckes) zeigt-i sich sein Zweck (sein Sinn, sein Symbol, seine Bedeutung).

Den formalen Aspekt (3) entfaltet das Zeigen-f: im Gebrauch des Ausdruckes zeigt-f sich ein mit anderen Ausdrücken gemeinsamer Zweck, eine logische, formale Eigenschaft.

Dabei ergibt sich auch der analytische Aspekt (4): ist ein Satz (Ausdruck) sinnvoll angewandt, dann zeigt sich, dass er keiner weiteren Analyse bedarf, dass er aus einfachen Zeichen besteht.

Der formal-inhaltliche Aspekt (5) wird entfaltet, insofern sich in formalen Eigenschaften der Sprache als spiegelbildliche Korrelata ontologische bzw. epistemologische Eigenschaften zeigen-fi.

Der transzendente Aspekt (6) besteht darin, dass sich als „Bedingungen der Möglichkeit", dass Sinn gebraucht, d.h. gemeint und verstanden wird (dass der Satz zeigt-p. i,-a,-fi). die SUBSTANZ und das SUBJEKT zeigen-t.

Das Zeigen kann unter dem Blickwinkel der Ontologie bzw. der Epistemologie weiter ausgefächert werden. Das Zeigen, ontologisch gesehen, ist das „Darstellen" (im weitesten Sinn): was der Satz zeigt, ist das, was er darstellt. Das Zeigen, epistemologisch gesehen, ist im Falle der Sinnproduktion das „Meinen", im Falle der Sinnrezeption das „Verstehen": die Einheit von Meinen und Verstehen ist das „Verständigen" (vgl. TLP-4.026). Insgesamt: was der Satz darstellt und was man meint bzw. versteht, ist das, was der Satz zeigt. Insofern ist die Theorie des „Zeigen" auch zu sehen als Theorie des sinntheoretisch relevanten Aspekts des Meinen bzw. Verstehen und Darstellen. Genau wie das Zeigen kann auch das Meinen bzw. Verstehen einerseits und das Darstellen andererseits auf verschiedene Dimensionen auseinandergelegt werden (tatsächlich gibt es - wie sich erweisen wird - im TLP analoge Stufungen der Bedeutung von „meinen", „verstehen" und „darstellen" wie bei „zeigen"): dem Zeigen-i entspricht ein Meinen-i usw.; dem Zeigen-f ein Meinen-f usw. (z.B.: in einer bzw. durch eine Erläuterung wird die Form eines Ausdrucks gemeint-f bzw. verstanden-f); dem Zeigen-fi entspricht ein Meinen-fi usw. (z.B.: die Grenzen der Sprache bedeuten - stellen dar-fi, sind zu verstehen-fi als - die Grenzen der Welt); dem Zeigen-t entspricht ein Meinen-t usw. (z.B.: was der Solipsismus meint-t, nämlich dass die Welt meine Welt ist, das zeigt-t sich darin, dass die Grenzen der Sprache die Grenzen meiner Welt bedeuten, zeigen-fi)

🤖 ChatGPT-Analyse 17.09.2026 23:43

Die Autorin/der Autor bietet eine gestufte, sprachpragmatische Lesart des Tractatus: „Zeigen“ ist die Grundoperation, aus der sich verschiedene Dimensionen entfalten. Zeigen‑p (Gebrauch) ist Basis; daraus ergeben sich der inhaltliche Aspekt (Sinn/Zweck zeigt‑i sich im Gebrauch), der formale (logische Gemeinsamkeiten zeigen‑f sich), der analytische (sinnvoller Gebrauch zeigt Einfachheit), der formal‑inhaltliche Spiegelaspekt (formale Sprachzüge korrelieren ontologisch/epistemologisch: zeigen‑fi) und der transzendente (Bedingungen der Sinnverwendung: SUBSTANZ/SUBJEKT zeigen‑t). Ontologie (Darstellen) und Epistemologie (Meinen/Verstehen) werden über „Zeigen“ integriert; ihnen entsprechen analoge Stufungen (meinen‑p/‑i/‑f/‑fi/‑t). Beispiele: Erläuterungen zeigen‑f Form; Sprachgrenzen = Weltgrenzen zeigen‑fi; der Solipsismus „meint“‑t, was sich in diesen Grenzen zeigt. Position: Der Tractatus wird als Theorie des Sinns aus dem Gebrauch gelesen, in der „Zeigen“ die vermittelnde, performative Instanz zwischen Logik, Ontologie und Epistemologie ist—eine pragmatische Vertiefung der Bild‑ und Zeigetheorie.

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