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Wittgensteins Tractatus und die Selbstbezüglichkeit der Sprache: 1987
197 S. 177

Zugestandenermaßen ist man vor dem Hintergrund eines so gewichtig veranschlagten Stellenwertes des „Zeigen" im Textnachweis der Gefahr eines „Zeigen"-Fetischismus ausgesetzt: die Versuchung liegt nahe, jene Stellen, in denen der Ausdruck zeigen" bloß als Redensart auftritt (z.B. in TLP-5.4), überzubewerten und darin den -p im Sinne der Theorie des „Zeigen" zu erblicken - umso mehr ist jedes „Zeigen"-Textvorkommnis im Lichte der Theorie des „Zeigen" zu rechtfertigen und auszuweisen. Es wäre freilich illusorisch anzunehmen, dass dem TLP eine ausgearbeitete Theorie des „Zeigen" zu entnehmen sei: vorderhand handelt er sich nur um fragmentarische Andeutungen, was aber nicht hindern kann, das ganze „Zeigen"- Geflecht - ähnlich wie den TLP allgemein, der ja auch nicht entsprechend seinem inneren (man könnte sagen: sich zeigenden) System angelegt ist ~ in ein (schemenhaftes) System zu bringen: denn die Konturen desselben werden dabei vorgezeichnet in der Theorie des sinnvollen Satzes (der Tatsache, des Gedankens) und deren Grenzen, insofern das dort als unsagbar Ausgewiesene hier als zeigbar integriert wird nach dem Motto: alles, was nicht sinnvoll sagbar ist, mit dem es aber trotzdem eine „sinnvolle" philosophische Auseinandersetzung gibt, ist zeigbar.

🤖 ChatGPT-Analyse 17.09.2026 23:39

Die Autorin/der Autor warnt vor einem „Zeigen“-Fetischismus: Nicht jedes Textvorkommen von „zeigen“ (z.B. in TLP 5.4) trägt technisch-theoretische Last. Im Tractatus gebe es keine ausgearbeitete Theorie des Zeigens, sondern nur verstreute Hinweise. Dennoch lässt sich – so die These – ein schemenhaftes System rekonstruieren: Seine Konturen ergeben sich aus Wittgensteins Theorie des sinnvollen Satzes (Tatsache, Gedanke) und deren Grenzen. Was dort als unsagbar ausgewiesen wird, gehört hier in den Bereich des Zeigbaren; so bleibt philosophische Auseinandersetzung mit dem Unsagbaren sinnvoll, indem sie zeigt statt sagt. Positioniert wird Wittgenstein damit als Denker einer strengen Sagbarkeitsgrenze, deren „innere“ Architektonik der Text nicht explizit entfaltet, die aber verantwortungsvoll rekonstruiert werden kann. Kurz: Anerkennung der Zentralität des Zeigens, ohne Überinterpretation einzelner Formulierungen und ohne Anspruch auf eine im TLP fixierte Doktrin.

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