Wenn ich den Gegenstand kenne, so kenne ich auch sämtliche Möglichkeiten seines Vorkommens in Sachverhalten.
(Jede solche Möglichkeit muss in der Natur des Gegenstandes liegen.)
Es kann nicht nachträglich eine neue Möglichkeit gefunden werden.
Die Stelle besagt: Wer einen Gegenstand wirklich kennt, kennt damit apriori alle Weisen, in denen er in Sachverhalten vorkommen kann. Diese Möglichkeiten sind durch seine logische Form (innere Eigenschaften) festgelegt, nicht durch empirische Entdeckungen; daher kann es „nachträglich“ keine neue Möglichkeit geben. Im Kontext des Tractatus stützt dies das Bild des logischen Raums: Die Gegenstände bestimmen den Raum möglicher Tatsachen; Sätze haben Sinn, weil die Formen der Gegenstände ihre Kombinierbarkeit vorzeichnen. Notwendigkeit ist intern/grammatisch, nicht faktisch. Die Bedeutung eines Namens (der für einen Gegenstand steht) impliziert daher die Kenntnis seiner legitimen Verwendungsweisen. So begründet Wittgenstein die apriorische Struktur von Logik und Möglichkeit und die Idee, dass die Natur der Gegenstände die Grenzen des Denk- und Sagbaren mitbestimmt.
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